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Der Kuß der Spinnenfrau

Puig, Manuel / Botond, Anneliese

Der Kuß der Spinnenfrau

Zwei Häftlinge, Zellengenossen, haben einen Zeitvertreib für die langweiligen Abende gefunden: Molina, der wegen Päderastie zu acht Jahren Gefängnis verurteilt ist, erzählt dem aufgrund linksextremer Aktivitäten inhaftierten Valentín Arregui in aller Ausführlichkeit alte Hollywood- und Ufafilme. Als Arregui medikamentös verdorbenes Essen erhält, das seinen physischen und moralischen Widerstand brechen soll, pflegt ihn Molina. Mit zunehmender körperlicher Schwäche verringert sich Valentíns Unvermögen, Dienste anzunehmen, die eigene Abhängigkeit anzuerkennen, Angst zu verraten, dankbar zu sein. Er begreift, daß Molina ihn liebt, und gibt dieser Liebe Antwort. Puig hat sich in diesem fast nur in direkter Rede geschriebenen Roman zwei Themen gestellt. Er schildert Terror und Willkür der Polizei (der Roman war in Argentinien verboten und führte zu Puigs Ausweisung) und gibt eine durch ausführliche wissenschaftliche Fußnoten unterstützte konkrete Darstellung homosexueller Liebe. Ohne den "klassischen" Helden, den Revolutionär, zu schmälern, macht Puig deutlich, daß er eine zweite, menschlichere Art des Heldentums schätzt, ein nicht der abstrakten Idee, sondern dem konkreten Mitmenschen geltendes äußerstes Opfer.

CHF 17.50

Lieferbar

ISBN 9783518373699
Sprache ger
Cover Argentinische SchriftstellerInnen: Werke (div.), Geschichte 1976, Belletristische Darstellung, Homosexualität, Argentinien, Strafgefangener, Süd- und Zentralamerika (inklusive Mexiko), Lateinamerika, entspannen, Süd- und Zentralamerika (inklusive Mexiko), Lateinamerika, Roman, Kartonierter Einband (Kt)
Verlag Suhrkamp
Jahr 19830102

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